Mein erster Schreibversuch

Ich habe vor Jahren mal eine Geschichte angefangen, leider hatte ich diese wohl nur auf meinem alten Laptop gespeichert der dann den Geist aufgegeben hat. Tja ich dachte damals meine Geschichte sei weg um so mehr hab ich mich gefreut das mein Mann mir vor ein paar Tagen mitgeteilt hat das es auf einem Stick doch noch eine Kopie gibt die er zur Sicherheit mal angefertigt hatte. Er dachte ich wüsste das, war seine Aussage auf mein erstauntes Gesicht. Jedenfalls wollte ich sie Euch gern mal zeigen vielleicht habt Ihr ja Tipps und Anregungen für mich was ich besser oder anders schreiben könnte denn ich würde gern die Story weiter erzählen. Achtet bitte nicht so auf die Rechtschreibung und Kommasetzung. Darum werde ich mich eingehend kümmern wenn die Geschichte mal fertig ist. Möchtet Ihr mal die Geschichten unbekannter Leute und Nachwuchsautoren lesen oder habt vielleicht etwas eigenes geschrieben und möchtet es anderen zeigen dann kann ich Euch die Seite  http://www.mystorys.de empfehlen. Da habe ich schon wunderschöne Sachen entdeckt.




NEWAGETOXIC





Kapitel 1

Müde blinzelte Molly gegen das Sonnenlicht an, welches durch ihr Fenster schien. Noch 5 Minuten dachte sie sich, ‘Nur noch 5 Minuten liegen bleiben und in Gedanken noch einmal den Traum durchleben, welchen sie hatte. Sie wollte solange wie möglich an Ihren Träumen festhalten, wo alles besser war als das Leben jetzt.
Vor Ihrer Zimmertür hörte sie das Geräusch klirrender Flaschen, was ein sicheres Zeichen war, dass ihr Vater wach war. Schützend zog Molly ihre Bettdecke bis ans Kinn. Erst als die Wohnungstür laut zugeschlagen wurde entspannte sie sich wieder. Träge schwang sie ihre Beine über die Bettkante und zuckte kurz zusammen als ihre Füße den kalten Steinboden berührten. Schnell schlüpfte sie in Ihr abgetragenes paar Schuhe und machte sich auf den Weg in die Küche. Im Wohnzimmer stieg sie über einige Bier und Schnapsflaschen, ein gewohntes Bild für sie. Auch in der Küche bot sich ihr ein bekanntes Bild. Vom Tisch blickte sie aus geschwollenen und müden Augen ein Mädchen in ihrem Alter an. Sie kannte diesen verklärten Blick, das Mädchen hatte gerade eine Dosis der Droge Newagetoxic genommen. Newagetoxic, Molly wunderte sich heute noch, wie die Drogenkartelle dem Ende der Zivilisation so einen einfallslosen Namen geben konnte.
 Vor 20 Jahren, kurz vor ihrer Geburt gab es einen großen Krieg zwischen den Drogenkartellen und der Regierung. Fast 2 Jahre lang dauerten die Kämpfe, auf beiden Seiten gab es viele Verluste, letztendlich verlor die Regierung den Krieg, durch eine Simple Substanz, die dafür aber umso wirksamer war. Die Drogenkartelle mischten diese Substanz in das Trinkwasser der Bevölkerung, die Menschen wurden sofort abhängig und zu willenlosen Geschöpfen, die für eine neue Dosis alles tun würden.
Bevor die Regierung merkte was geschah war es schon zu spät, selbst die Mächtigsten des Landes wurden abhängig und legten die Kampfhandlungen nieder.
Seitdem herrschten die Drogenbosse über das Land, die Menschen waren von ihnen abhängig und die Zivilisation ging zu Grunde. Für eine geringe Dosis der Substanz mussten die Menschen den Drogenkartellen zu Willen sein. So wie die Mädchen Mollys Vater zu Willen waren. Ihr Vater war vor dem Krieg schon ein Drogendealer gewesen, auch jetzt arbeitet er als ’Lieferservice’ wie er  es selbst nannte für die Bosse. Er selbst hatte noch nie Newagetoxic genommen, wie alle die vor dem Krieg für die Drogenkartelle gearbeitet haben, aber er hatte immer eine Dosis da, um sich die Mädchen von der Straße gefügig zu machen. ‘Besser die als ich’ dachte sich Molly.
Sie hatte wohl die gierigen Blicke ihres Vaters bemerkt, aber er rührte sie nie an, denn Molly war keines dieser wehrlosen Geschöpfe, die er mit nach Hause brachte, denn sie war aus irgendeinem Grund immun gegen die Droge.

Er hatte schon oft versucht ihr die Droge einzuflößen, aber nie zeigte sie Wirkung, das machte sie zu etwas Außergewöhnlichen für die herrschenden Bosse, denn in den letzten 2 Jahren kamen immer mehr Kinder zur Welt die die gleiche Gabe hatten. Zum Bedauern der herrschenden Regierung starben diese aber schon nach 2 Wochen. Kinder, die schon mit der Muttermilch die Droge aufnahmen überlebten jedoch, was den Bossen zwar neue willenlose Marionetten bescherte, für die Zukunft aber keine denkenden Nachfolger ergab. Natürlich wusste Molly, dass sie nur noch am Leben war weil die Drogenkartelle sie als Forschungsobjekt brauchten, weil sie die einzige war, die so lange überlebt hatte. Aller 3 Monate musste sie deshalb in den Hauptsitz der neuen Regierung wo allerlei Experimente an ihr durchgeführt wurden. Und heute war es wieder soweit.
Mit einem letzten Mitleidigen Blick auf das Mädchen am Küchentisch ging sie zurück in ihr Zimmer und zog sich ihr verschlissene Jeans und ihren alten Pullover an.
Mit gesenktem Kopf rannte sie durch die Straßen in Richtung Stadtmitte auf das Regierungsgebäude zu. Sie versuchte dabei nicht das Elend, welches allgegenwärtig war zu sehen.
‘Wie sah die Welt wohl früher aus? Spielten wirklich Kinder in dem Park um die Ecke, wo heute jämmerliche Gestalten saßen und mit leblosen Augen vor sich hinstarrten. Gab es in den Geschäften wirklich Essen in Hülle und Fülle, wo heute nur noch das Nötigste angeboten wurde? ‘ Früher, vor dem Krieg, wie Ihre Mutter es nannte lachten die Menschen, verliebten sich und hatten Freunde, da gab es Lieder, Kunst, Bücher und Filme zum Zeitvertreib, heute dachte jeder nur noch an die nächste Dosis. Ihre Mutter starb vor 10 Jahren, sie nahm sich das Leben um das Elend auf der Welt nicht mehr ertragen zu müssen, so hatte ihr Vater es ihr zumindest erzählt, nachdem sie ihre Mutter blutüberströmt in der Badewanne gefunden hatte. Jedes Mal wenn sie in den Spiegel blickte erinnerte sie sich an sie, ihre Mutter hatte die selben braunen gelockten Haare und die grünen Augen, die voller Leben waren.
Molly blickte auf, als der Schatten des Regierungsgebäudes auf sie fiel, wie jedes mal kam sie sich beim Anblick des mächtigen Baus klein und unbedeutend vor. Mit einem Seufzer betrat sie die Eingangshalle. Kalt und leblos wie die Augen der Menschen kam ihr diese Halle vor, die komplett aus weißem Marmor bestand. Langsam ging sie zum Empfangsschalter, wo sie von einer Dame in einem weißen Kittel schon erwartet wurde. “Molly wird ja auch langsam Zeit, würde sich jeder so dem Müßiggang hingeben wie du, würde hier gar nichts funktionieren.”
Du warst wohl lange nicht mehr vor der Tür und hast gesehen, dass hier schon lange nichts mehr funktioniert’, dachte sich Molly, aber laut sprach sie nur ein halbherzig gemeintes” Sorry “ aus, was die Dame mit einem überheblichen Schnauben quittierte. Die ‘Dame’ war Mollys Ärztin, Frau Dr. Marlon, sie arbeitete schon vor dem Krieg für die Kartelle und hatte maßgeblich an der Entwicklung von Newagetoxic mitgewirkt.

“Komm”, forderte sie Molly in dem gewohnten Befehlston auf. Mit hängenden Schultern folgte sie ihr durch die langen Flure, beleuchtet von kalten Neonröhren. Vor der Labortür wartete sie kurz, bis Frau Dr. Marlon die üblichen Sicherheitsmaßnahmen durchgeführt hatte. Mit einem lauten Zischen ging die schwere Eisentür auf und gab den Blick auf einen weißgekachelten Raum frei. Beherrscht wurde das Labor von einer Pritsche aus Stahl mit einer Ablaufpfanne darunter. Molly fröstelte es leicht, als ihr Blick auf den Blutfleck unter der Pritsche fiel. Sie schloss schnell die Augen, bevor beängstigende Bilder in ihr aufstiegen.
An den Wänden standen neben Schränken mehrere technische Geräte.
Sie wusste nicht genau wozu diese da waren und was sie machten, aber sie konnte jedes am Geräusch erkennen und wusste welche ihr Schmerzen zufügte, wenn sie mit geschlossenen Augen nackt auf der Pritsche lag.
“Nun mach schon zieh dich aus und leg dich auf die Liege ich hab nicht den ganzen Tag zeit.”, riss sie Frau Dr. Marlon aus ihren Gedanken.
Sie tat wie ihr gesagt und biss die Zähne zusammen, als ihr Rücken den kalten Stahl der Pritsche berührte. Molly wusste nicht, was man heute mit ihr machen würde, denn ihr wurde nichts erklärt, sie sollte einfach ruhig daliegen und auf Befehle reagieren.
“Heb den Arm ich will dir wieder Blut abnehmen.” sie spürte den schmerzhaften Einstich der Nadel, versuchte einen Aufschrei zu unterdrücken und kämpfte gegen den Drang an den Arm wegzuziehen.
Nach ein paar quälenden Sekunden lies der Schmerz nach und Molly hörte die Schritte der Ärztin, welche auf dem gekachelten Boden hohl klangen.
Sie blinzelte kurz und sah wie Frau Dr. Marlon zu einem kompliziert aussehenden Apparat ging und das Röhrchen mit ihrem Blut in eine dafür vorgesehene Halterung steckte. Nach einigen Minuten zeigte der angeschlossene Laptop eine Reihe von Zahlen auf. Die Ärztin studierte diese Zahlen eine Weile und ging dann lächelnd zu einer an der Wand stehenden Maschine. Als die Ärztin den Apparat einschaltete durchfuhr es Molly eiskalt, das Geräusch kannte sie nicht, sie wusste also nicht, was da auf sie zukam. Erschrocken riss sie die Augen auf und blickte zu der Maschine.
Die Apparatur bestand aus einem langen Sockel mit 2 Armen, einer hielt ein Skalpell und der andere eine lange Nadel. sie wollte aufspringen, da stand die Ärztin plötzlich grinsend neben ihr und drückte ihr eine mit einer blauen Flüssigkeit gefüllten Spritze in den Arm.
Mit Entsetzten spürte Molly wie zuerst Ihre Arme und zum Schluss die Beine schwer wie Blei wurden, sie konnte sich nicht mehr bewegen. Sie wollte Schreien aber ihre Kehle war wie zugeschnürt. Die Ärztin kam währenddessen mit dem Apparat immer näher und positionierte ihn so, dass die beiden Arme über ihrer Bauchmitte schwebten. Panisch sah sie zu, wie das Skalpell sich senkte. ‘Jetzt sterbe ich’, dachte sie. Molly sah noch, wie die blitzende Klinge eine rote Spur auf ihrem Bauch hinterließ, bevor alles um sie schwarz wurde und sie in eine erlösende Ohnmacht fiel.

Kapitel 2

Was ist…’, bevor Molly weiterdenken konnte durchfuhr sie ein brennender Schmerz im Unterbauch. Mit der Hand tastete sie vorsichtig nach der schmerzenden Stelle. Sie fühlte eine Art Stoff, mit einer länglichen Verdickung darunter. In der Erwartung Blut auf ihrer Hand zu sehn führte sie diese vor ihr Augen, unscharf sah sie, dass da nichts war. Mühsam versuchte sie den Kopf zu heben, lies ihn aber wegen dem plötzlich auftretenden Hämmern hinter ihren Schläfen wieder sinken.
Langsam drehte sie den Kopf um zu sehen wo sie war. Ihr Blick war immer noch verschwommen, weshalb sie nur einen weißgefliesten Raum um sich wahrnahm. Sie blickte zur Decke und schloss aufgrund der hellen Halogenlampe wieder schnell die Augen. Das schmerzhafte Pochen in ihrem Schädel nahm langsam ab, weshalb Molly einen weiteren Versuch unternahm sich zu orientieren.
“Na endlich wach, ich dachte schon du wachst gar nicht mehr auf” vernahm sie eine Stimme neben sich. Sie blickte noch einmal zu Seite und bemerkte den dunklen Schatten neben sich. “Wwwo…, Was…” krächzte sie. “ Wo?  Was?…  das kann dir egal sein, werde endlich wach, ich kann nicht den ganzen Tag hier stehen und nach dir sehn, zieh dich an und geh heim.” antwortete ihr die Stimme. Erst jetzt bemerkte Molly, dass sie immer noch nackt war und auf der kalten Stahlpritsche lag.
Langsam klärte sich ihr Blick und sie sah neben sich eine Frau in einer Schwesternuniform stehen, die ihre Klamotten in der Hand hielt und sie ihr ungeduldig entgegenhielt.
Molly streckte mühsam den Arm danach aus und nahm sie entgegen. Mit pochenden Kopfschmerzen versuchte sie sich aufzusetzen, zuckte aber wegen den starken Schmerzen im Bauch zusammen. Nach mehreren Versuchen saß sie endlich am Rand der Pritsche und schaute an sich herunter. Ein breites Pflaster zog sich von ihrem Nabel bis zu ihrer rechten Leiste über den Unterbach. “oh, Mädchen jetzt mach schneller ich hab gleich Feierabend.” ermahnte sie die Krankenschwester. Im sitzen streifte sich Molly ihren Pullover und ihre Jeans über, bevor sie wackelig auf die Beine kam. Mit weichen Knien hielt sie sich an der Liege fest und bemerkte erst jetzt das Blut auf der Pritsche. “Schau nicht so geschockt, das ist nur ein bisschen Blut, das ist normal bei Operationen.” sagte die Schwester, die wohl ihren panischen Blick bemerkt hatte. “Operation?” Molly sah sie fragend an. Mit einem Schulterzucken wandte sich die Schwester ab, “Dummes Mädchen was sonst sollte man in einem Operationssaal machen, Tiere schlachten?! Und jetzt mach endlich schneller ich muss hier noch aufräumen.”
Mit etwas unsicheren Schritten wandte sich Molly zur Tür, mehr Antworten hatte sie wohl nicht zu erwarten.
“ Pass doch auf… aber gut du bist wach. Geh heim erhole dich und sei nächsten Monat um dieselbe Zeit wieder hier.

Frau Dr. Martens hätte sie beinahe umgerannt, als sie schwungvoll den OP Saal betrat. “Nä..Nää… nächsten Monat?” Molly war geschockt, normalerweise musste sie doch nur aller 3 Monate kommen.
“Ja nächsten Monat, wie haben heute einen großen Durchbruch erlangt und ich möchte so schnell wie möglich damit fortfahren und jetzt geh du siehst schrecklich aus, fällst unter dem ganzen Pack da draußen heute bestimmt nicht auf.” von einem lauten Lachen der Ärztin und der Krankenschwester verfolgt verließ Molly den Saal.
Blinzelt trat sie vor die Tür des Regierungsgebäutes und blickte sich um. Sie sah die üblichen Drogenzombies, wie diese sich mühsam durch die Stadt schleppten und aus leblosen Augen vor sich hin stierten, was hatte sie auch erwartet, hier interessierte sich ja doch keiner für den anderen und sie musste allein sehen wie sich nach Hause kam. Mit der Hand auf der schmerzenden Stelle am Bauch und gekrümmten Rücken schleppte sich Molly durch die Stadt in ihre Wohnung. Am Küchentisch saß immer noch das Mädchen von heute morgen und stierte vor sich hin. ‘Dann kann ich gar nicht so lange weg gewesen sein’, dachte sich Molly als sie ins Bad ging.
Langsam versuchte sie das Pflaster lösen. Teilweise klebte es mit vertrocknetem Blut zusammen, was ihr ein kurzes Ziehen bescherte.
Mit zitternden Fingern und einem letzten kräftigen Ruck löste sich der letzte Rest des Pflasters. Sie stellte sich vor den Spiegel und sah, dass sich die lange Narbe an, sie war noch voller getrockneten Blutes und an den Rändern stark gerötet und geschwollen.
Was zur Hölle haben die mit mir gemacht?”, fragte sie sich zum wiederholten mal. Sie kannte sich in Anatomie zu wenig aus, um Vermutungen anzustellen. Mit einem feuchten Lappen versuchte sie die Wunde zu reinigen, während sie  angestrengt nachdachte.
‘Meine Fragen würde mir keiner beantworten, alle Ärzte die noch keinen Matschschädel vom Newage haben praktizieren für die Bosse, ich muss selbst heraus finden, was hier läuft.’ sie biss die Zähne zusammen, als sie die letzten Blutklumpen mit dem Fingernagel wegkratzte.
Plötzlich schoss es ihr durch den Kopf. ‘Die Bibliothek, natürlich, keiner schenk den Büchern dort noch Beachtung, lesen ist für die Menschen uninteressant geworden, nachdem die Droge, das wichtigste geworden war.’
Molly zuckte zusammen, als sie den Wohnungsschlüssel in der Tür hörte, ihr Vater kam nach Hause und er sollte sie halbnackt vorm Spiegel auf keinen Fall sehen, am Besten wollte sie ihm gar nicht über den Weg laufen.
So leise wie möglich schlich sie sich in ihr Zimmer und war erleichtert, als ihr Vater sich direkt der Küche zuwandte. Sie drückte ihre Zimmertür zu und lies sich müde auf ihr Bett sinken. sie schloss die Augen und versuchte den Lärm aus der Küche zu ignorieren.
“ Was suchst du immer noch hier, du Drecksstück solltest schon längst weg sein, das ist hier kein Hotel, VERSCHWINDE.” die Stimme ihres Vaters überschlug sich fast, mitleidig hörte sie das Mädchen etwas wimmern, konnte aber nichts verstehen, erst als ihr Vater erneut mit Brüllen loslegte wusste sie worum es ging. “NOCH MEHR, du kleines Flittchen hast heute schon etwas von mir bekommen. Wenn du nicht willst, dass ich dich grün und blau schlage haust du JETZT ab, besorge dir deine Dosis woanders.”
Molly hörte das Mädchen schreien und wusste was jetzt kam ihr Vater würde seine Wut an ihr auslassen und sie dann unsanft vor die Tür setzten, danach würde er sich eine Flasche Schnaps genehmigen und auf dem Sofa im Vollrausch einschlafen.
Als wieder Ruhe in der Wohnung einkehrte und sie das Schnarchen ihres Vaters hörte dämmerte sie langsam weg.

Dunkelheit umschloss sie und ein Gefühl von Wärme. Aber da war noch etwas anderes Molly konnte spüren, dass sie nicht allein war, irgendwo in dieser undurchdringlichen Schwärze war noch jemand. Sie versuchte zu sprechen, aber kein Laut kam ihr über die Lippen. Etwas kam näher. Etwas Fremdes und bevor sie wusste wie ihr geschah war es bei ihr.’ Nein es ist in mir.’ stellte sie erschrocken fest. Ein Gefühl von Glück und Geborgenheit machte sich in ihr breit und Molly spürte, dass das Fremde jetzt ein Teil von ihr war und es begann zu wachsen.
Erschrocken wachte sie auf. Das gute Gefühl war sofort weg und in ihr machte sich Einsamkeit breit. Sie versuchte einen Schluchzer zu unterdrücken als ihr ungehemmt die Tränen über die Wangen liefen. Instinktiv tastete sie nach der Narbe und strich leicht darüber.
Draußen war es noch Dunkel und sie legte sich wieder hin, sie brauchte lange, bis sie in einen traumlosen unruhigen Schlaf fiel.


Kapitel 3

Nur mühsam konnte Molly die Augen öffnen, sie hatte immer noch Schmerzen in der Wunde. Die gestrigen Ereignisse und der nächtliche Traum waren ihr immer noch in Erinnerung. Sie musste herausfinden, was die Ärztin gestern mit ihr gemacht hatte. Langsam stand sie auf zog sich die Sachen von gestern über, leise huschte sie aus der Wohnung, ihr Vater schlief immer noch auf dem Sofa.
Vor der Tür blickte sie sich nach beiden Seiten um. Auf der Straße waren die üblichen drogenabhängigen Gestalten unterwegs, keiner schenkte ihr Beachtung.
Molly wandte sich nach links, sofern sie ihr Gedächtnis nicht trügt, lag die Bibliothek im Süden der Stadt im ehemaligen Studentenviertel, heute besuchte keiner mehr die Unis, sie waren zu Unterkünften für die willenlosen Geschöpfe der Stadt geworden. Sie war mit ihrer Mutter früher oft in der Bibliothek gewesen und ihre Mutter hatte ihr aus den unzähligen Büchern vorgelesen und so in ihrem Kopf einen Eindruck von der Welt früher vermittelt, dabei hatte sie auch das Lesen gelernt.
Vor dem alten Backsteingebäude blieb sie stehen und blickte zu den Kunstvoll verzierten Wasserspeiern auf, die sich um die ganze Fassade herum befanden. Molly liebte dieses alte Bauwerk, es vermittelte ihr immer eine Art von Ruhe und Geborgenheit.
Um die massive Holztür zu öffnen musste sie sich mit ihrem ganzen Gewicht dagegen stemmen. Unter einem lauten Quietschen öffnete sich die Tür und Ihr wehte der Geruch von alten Büchern entgegen. Genussvoll zog sie ihn tief ein und schloss für einen kurzen Moment die Augen, danach sah sie sich in der sonnendurchfluteten Halle um, über 2 Etagen erstreckten sich die Regale welche mit Unmengen an Büchern voll gestellt waren. In der Mitte der Halle befanden sich ein paar steinerne Bänke und Tische. Sie hatte das Bild ihrer Mutter vor Augen, wie sie begeistert nach weiteren Büchern suchte, aus denen sie ihr vorlesen würde, doch bevor ihr die Tränen in die Augen traten schüttelte sie die Erinnerung ab.
Molly versuchte die Schilder zu entziffern, die an jedem Regal angebracht waren. “ Romane und Schmöker, Kinderbücher, Wissenschaft, … nein das such ich nicht.” murmelte sie vor sich hin. Erst in der 2 Etage fand sie das gesuchte Regal. “ Medizinisches Fachwissen, das ist es.” jubelte sie. Kurz überflog sie die Titel der Bücher und entschied sich für ein Anatomiebuch. Mit dem Rücken an das Regal gelehnt setzte sie sich und schlug das Buch auf. In der Mitte des Buches war ein Abbild des menschlichen Körpers mit seinen Organen. Grübelnd betrachtete sie das Bild eingehend, wobei ihre Hand unbewusst zu der Narbe wanderte. An der gleichen Stelle saßen ihre Eierstöcke. Sie schüttelte verwirrt den Kopf und las das Wort ein zweites Mal. “Das versteh ich nicht, was wollen die denn damit?” Das laute Quietschen der Eingangstür riss sie aus ihren Gedanken. Mit dem Buch in der Hand versteckte sie sich zwischen den Regalen und blickte in Richtung Eingang.
Eine Gestalt in einen alten Parka gehüllt betrat die Halle. Molly konnte sein Gesicht nicht sehen, da es von der übergroßen Kapuze verdeckt wurde.
Mit schlürfenden Schritten ging der Fremde weiter in die Halle hinein. “ Mädchen, wo bist du? Ich hab dich reinkommen gesehen.”, seine dröhnende Stimme hallte in der ganzen Bibliothek wieder. Zögernd trat sie hinter dem Regal hervor, immer noch das Buch in der Hand, notfalls konnte sie es dem Fremden auf den Kopf schlagen. “Was willst du?”, sie war selbst überrascht wie fest ihre Stimme klang. Aufmerksam musterte sie den Fremden und ihr Blick erfasste tiefen Furchen und Falten, die sich durch die Hälfte seines Gesichts zogen, ein weißer Vollbart verdeckte die andere Hälfte. “Komm runter ich muss mit dir reden.” “ Das können wir auch so, sag was du willst und dann lass mich zufrieden.” Der Fremde schien zu überlegen, schüttelte dann aber den Kopf. “Nein, sie könnten uns hören. Komm her und hör mir zu, oder lass es und warte nächsten Monat ab, dann wirst du nicht nur eine Narbe habe.” Überrascht hob Molly die Augenbrauen, wie konnte er davon wissen? Zögernd kam sie Treppe herunter und blieb mit einigen Abstand und dem Buch immer noch griffbereit vor dem Fremden stehen.
Der Fremde betrachtete sie aus zusammen gekniffenen Augen bevor er sprach: “ Du glaubst du bist die Einzige, doch da irrst du dich, es gibt noch mehr die immun gegen die Droge sind, deine Mutter gehörte auch dazu.”
Meine Mutter? Was weißt du von meiner Mutter?“, zögernd legte sie das Buch weg und ging noch einen Schritt näher auf den Fremden zu.
Ich war ein guter Freund deiner Mutter und war sehr traurig, was ihr passiert ist, glaub mir die Bosse werden für diesen grausamen Mord büßen.“ „MORD? Nein meine Mutter hat sich das Leben genommen.“, langsam bekam Molly weiche Knie, die Operation vom Vortag steckte ihr immer noch in den Knochen.
Ich dachte mir schon, dass diese Schwein, welches sich dein Vater schimpft dir das erzählt. Mädchen bitte glaube mir Ireen hat keinen Selbstmord begangen, sie starb, weil die Bosse grausame Experimente mit ihr durchgeführt haben und so wie es scheint, trittst du gerade das traurige Erbe deiner Mutter an.“ 
Mit offenen Mund starte sie den Fremden an, er kannte den zweiten Vornamen ihrer Mutter und diesen hatte sie tatsächlich nur Freunden verraten. „Mädchen komm mit mir, ich bring dich in Sicherheit. Ich konnte deine Mutter nicht beschützen, dann lass mich wenigstens dich retten.“ Sie sah den tiefen Schmerz der in die grauen Augen des Fremden trat. Noch etwas zögernd ergriff sie seine Hand. “Wie heißt du eigentlich?“ sah sie ihn fragend an. „Tomasch, nennen mich meine Freunde und welchen Namen hat Ireen dir gegeben?“ sanft drückte er ihre Hand „Molly“. Mit großen Augen sah Tomasch sie an, seine Augen wurden wässern und eine Träne lief über seine zerfurchte Wange:“ Sie hat dich tatsächlich nach ihr benannt, Oh Ireen dein Tod war so sinnlos.“, schluchzend starte er an die Decke. Bevor sie fragen konnte wem er meinte erklang von draußen ein lautes Krachen. Beide zuckten erschrocken zusammen. Tomasch zog Molly in die hinterste Ecke der Bibliothek und duckte sich mit ihr hinter ein Buchregal.
In diesem Augenblick flogen die schweren Türflügel krachend gegen die Wand. “MOLLY, komm raus ich weiß, dass du dich hier irgendwo versteckst.“ bevor ihr ein Laut der Überraschung entschlüpfte konnte, legte Tomasch hastig seine schwielige Hand über ihren Mund.
In der Tür stand Mollys Vater mit mehreren bewaffneten zwielichtigen Gestalten. Mit irren Blick schaute sich dieser in dem großen Saal um. „Ich kenne noch einen Ausgang, aber dafür müssen wir darüber und irgendwie diese Männer ablenken.“ sie folgte dem ausgestreckten Finger von Tomasch. Er wies auf eine kleine Tür in der entgegengesetzten Ecke. „Ich lenke sie ab und du versuchst die Tür ungesehen zu erreichen. Lauf hindurch und wende dich in der dritten Reihe nach rechts. Lauf den Gang bis ganz zum Ende und bevor du an die schwere Eisentür gelangst blick nach oben, da befindet sich ein Lüftungsgitter, wenn du an den Regalen an der Seite nach oben kletterst kannst du hindurchkrappeln. Krieche bis zum Ende und du kommst an ein Gitter. Das habe ich bei einem meiner letzten Besuche bereits gelockert, so dass du es mühelos öffnen kannst. Du kommst in einer Seitengasse raus, dort versteckst du dich und wartest auf mich.“, flüsterte er ihr zu. „Und wenn du nicht kommst?“, fragte Molly ihn ängstlich.
Mach dir keine Sorgen um mich, meine Kleine. Ich bin schlauer als dieses Pack.“ zwinkerte er ihr mit einem kleinen Lächeln zu. „Also bei 3 läufst du und siehst dich nicht um. Alles Klar?..Dann 1...2...und 3. LAUF.“, geduckt hastete Molly zu der Tür während hinter ihr ein lautes Poltern und Zischen erklang. Ohne sich umzublicken lief sie durch die Tür und fand sich in einem Archiv voller Regale mit Kisten wieder. Im dritten Gang wandte sie sich nach rechts. Scheinbar endlos flogen an ihr links und rechts die Kartons in den Regalen vorbei. Sie spührte wie ihre Muskeln sich zu verkrampfen begannen und gerade die am Bauch sich schmerzhaft bemerkbar machten. Gerade als Molly glaubte dieser Gang würde nie Enden sah sie von weitem die Eisentür und richtete ihren Blick nach oben auf der Suche nach dem Lüftungsgitter. Noch immer konnte sie ein lautes Krachen gefolgt von quallvollen Schmerzensschreien aus dem Bibliothekssaal hören.
Kurz vor der Tür entdeckte sie das Lüftungsgitter und begann an den Regalen nach oben zu klettern. Zum Glück standen diese so eng beieinander, dass sie nur eine halbe Armlänge trennten und sie sich mit einem Arm auf dem andern Regal abstützen konnte um das Gitter nach oben zu drücken. Gerade als sie sich in den Lüftungsschacht zog spürte sie einen scharfen Schmerz an der Narbe und kurz darauf wie etwas feuchtes ihr T-Shirt durchdrang. Nach Atem ringend lag sie kurz auf dem Rücken und wartete bis der Schmerz langsam abebbte. Mühsam drehte sie sich auf den Bauch und robbte den Lüftungsschacht bis zu dem lockeren Gitter entlang. Wie Tomasch versprochen hatte war dieses nur angelehnt. Etwa 3 Meter unter ihr stand ein großer Müllcontainer. Sie biss die Zähne zusammen und sprang. Ein Ruck ging durch ihren Körper und Molly hatte damit zu kämpfen das Gleichgewicht nicht zu verlieren.
In letzter Sekunde konnte sie den Sprung abfangen. Sie erlaubte sich kurz erleichtert auszuatmen.
Hektisch blickte sie sich nach einem guten Versteck um. Das nächste Gebäude stand so dicht, dass kein Sonnenstrahl in die Gasse drang und alles in ein dämmriges Zwielicht getaucht war. Es stank bestialisch nach Dreck, was nicht verwunderlich war, sowohl der Ein- als auch der Ausgang war von mehreren Müllcontainern und allerlei Gerümpel versperrt. An der Gegenüberliegenden Mauer lagen einige Bretter die sich bis zu den unteren Sims der zugemauerten Fenster stapelten. Bei genaueren Hinsehen, bemerkte sie, dass bei einem Fenster die Steine in einer Ecke lose aussahen. Sie blickte noch einmal zu dem Gitter empor und vergewisserte sich, dass sie nicht verfolgt wurde. Hastig kletterte sie den Bretterstapel empor und zog sich dabei mehrere Splitter in die Hände. Wie sie richtig gesehen hatte waren die Steine in der linken unteren Ecke tatsächlich lose.
Sie kratzte sich die Finger blutig, als sie diese entfernte, die Öffnung war gerde groß genug, dass sie hindurchpasste. Mit einiger Mühe schob sie die Steine wieder in die Öffnung und hockte sich atemlos unter den Sims. Tiefste Dunkelheit umfing sie und in dem Gebäude roch es muffig.
Ihr ganzer Körper brannte und Molly sackte erschöpft gegen die raue Mauer.

Wieder fühlte sie diese wohltuende Wärme und das vertraute Gefühl der Geborgenheit machte sich in ihr breit. Wie beim letzten Mal spürte sie etwas in sich, größer jetzt und auch diesmal verspürte sie diese Liebe zu dem unbekannten Wesen in ihr. Gerade als Molly sich in dem vertrauten Gefühl fallen lassen wollte erklang ein zaghaftes Flüstern an ihrem Ohr. „Schwester, du bist hier“, sie versuchte sich in der Schwärze umzusehen, konnte aber nicht ausmachen woher diese Stimme kam, sie schien überall zu sein. Wieder kam kein Laut über ihre Lippen, dafür verstärkte sich das Gefühl, dass sich ihr etwas näherte, doch sie empfand keine Angst sondern nur Freude und breitete die Arme aus.


Kapitel 4

Mädchen, wach auf.“ erschrocken fuhr Molly hoch und blickte in Tomaschs zerfurchtes Gesicht. „Woher?..., Wie hast du mich gefunden?“, sie hatte gar nicht bemerkt wie ihr die Augen zugefallen waren.

Du kommst ganz nach deiner Mutter. Ireen wären auch die losen Steine aufgefallen. Gut gemacht Kleines.“ Tomasch hilt eine kleine Taschenlampe hoch, die spärlich die nähere Umgebung beleuchtete. Aufmerksam schaute sie sich um. 

Kommentare:

Skylars Books hat gesagt…

Die Geschichte klingt wirklich toll & dein Schreibstil ist sehr schön & einfach zu lesen.
Einen Verbesserungsvorschag hätte ich jedoch:
Ab dem 3 Kapitel gegen Ende hin fängst du sehr oft mit "Molly..." und wieder "Molly.." an.
Mein Vorschlag wäre es, die Satzanfänge weniger mit "Molly.." sondern auch mal mit "Sie..." oder "Das Mädchen..." anzufangen :)
Das wäre dann abwechslungsreicher :)
Ansonsten ist die Idee (soweit ich sie beurteilen kann) sehr schön :)

Doreen Frick hat gesagt…

Hallo Skylars,
vielen vielen Dank für Deine Rückmeldung und Deine Kritik. Du hast Recht, da ist wirklich sehr oft der gleiche Satzanfang. Das werde ich überarbeiten.
Danke auch, dass dir die Idee der Geschichte gefällt, das freut mich natürlich sehr.
LG Doreen

Ambermoon (lovelybooks) hat gesagt…

Hallo Doreen,
also ich muss Dir echt ein großes Kompliment aussprechen. Ich konnte nicht aufhören mit lesen und bin nun sooo neugierig. Hast Du schon des Öfteren Kurzgeschichten geschrieben? Denn es liest sich nicht so, als ob Du zum ersten Mal schreiben würdest. Ich hatte auch jetzt nix auszusetzen, bis eben die von Dir erwähnten Komma-Fehlerteufel. Der Schreibstil ist flüssig und knackig und das Wichtigste - man möchte unbedingt wissen wie es weitergeht *g*. Wie weit bist Du denn mit dieser Geschichte denn schon?

Ich wünsche Dir auf jeden Fall noch viel Glück für Deine Autorenlaufbahn. Lass' Dich nicht entmutigen und mach weiter. Einen Fan hast Du schon mal und ich melde mich gleich mal für ein signiertes Exemplar an XD
Man sieht sich auf lovelybooks.

Ganz liebe Grüße aus Wien
Ambermoon

Doreen Frick hat gesagt…

Liebe Ambermoon

Naja Geschichten ausgedacht und geschrieben habe ich schon immer gern, aber noch nie öffentlich, deshalb hast du mich gerade darin bestärkt weiter zu machen, es gibt auch schon ein paar Kapitel mehr. Sollte ich es jemals bis zur Veröffentlichung schaffen, bekommst du auf jeden fall ein Buch. Danke für deine lieben Worte